Das Literaturhaus lädt zu einer Matinee mit vier starken jungen Stimmen der literarischen Szene ein. Sophia Klink, Lisa Roy, Nora Schramm und Elli Unruh lesen aus ihren Romanen und kommen über ihre Werke ins Gespräch.
Sophia Klink, 1993 in München geboren, studierte Biologie und promovierte über die Symbiose zwischen Bakterien und Pflanzen. Für ihr Schreiben erhielt sie unter anderem das Literaturstipendium München und den Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis. 2025 erschien im Frühjahr ihr Lyrikdebüt Ich lösche die Kirschen aus meinen Genen bei Hochroth München und im Herbst desselben Jahres dann ihr Romandebüt Kurilensee (Frankfurter Verlagsanstalt). Darin erforscht die Biologin Anna an einer russischen Forschungsstation die bedrohten Lachsbestände des Kurilensees auf Kamtschatka. Als über einen Eingriff in das Ökosystem entschieden werden muss, geraten wissenschaftliche Verantwortung und persönliche Überzeugungen in Konflikt.
Lisa Roy, 1990 in Leipzig geboren, wuchs im Ruhrgebiet auf und lebt heute in Köln. Für die Arbeit an ihrem Debüt Keine gute Geschichte erhielt sie unter anderem das Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium und den GWK-Förderpreis Literatur. Ihr zweiter Roman Alles ist Gold (Rowohlt, 2026) erzählt von Jana, die nach einer Trennung wieder bei ihren Eltern wohnt und ungeplant schwanger wird. Die Begegnung mit Miral führt zu einem Roadtrip nach Italien und zu der Frage nach dem Sinn des Lebens.
Nora Schramm wurde 1993 in der Südpfalz geboren und studierte Fremdsprachen und Kulturwissenschaften sowie professionelles Schreiben. Für ihr Debüt Hohle Räume (Matthes & Seitz Berlin, 2024) erhielt sie den Mara-Cassens-Preis 2024, der im Januar 2025 verliehen wurde. Im Roman kehrt die Künstlerin Helene ins Elternhaus zurück, wo die bevorstehende Scheidung ihrer Eltern das vertraute Familiengefüge erschüttert. Im Mai 2026 erschien mit die erlöschung. Gedicht für mehrere Stimmen ihr erster Gedichtband bei parasitenpresse.
Elli Unruh, 1987 in Georgijewka (Kasachstan) geboren, wuchs in Süddeutschland auf. Sie arbeitet heute im Deutschen Literaturarchiv Marbach. Ihr Debütroman Fische im Trüben (Transit Verlag) war 2026 für den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik nominiert. Darin erzählt sie die Geschichte einer deutsch-mennonitischen Familie im sowjetischen Kasachstan. Einprägsam und lebendig schildert sie die sprachlichen, familiären und religiösen Traditionen der Minderheit unter sowjetischer Herrschaft. Unruh lebt mit ihrer Familie in Stuttgart.
Die Veranstaltung wird moderiert vom Lyriker, Essayisten und LeseLenz-Kurator José F.A. Oliver und Janna Lea Knittel, Studentin und Autorin.
Fotos: Sophia Klink © Heike Bogenberger, Lisa Roy © Heike Steinweg, Nora Schramm © Stefanie Kulisch, Elli Unruh © Manfred Schmid
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